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Wie wird ein Prinz Albert eigentlich gestochen?
#1
Vorarbeit:

Zuerst bespricht man mit dem Piercer die Platzierung des PA's. Je nach Anatomie wird der Ring weiter oben / unten / links / rechts austreten. Dies kann variieren, in der Regel jedoch direkt unterhalb der Eichel.

Der Piercer desinfiziert die gewünschte Stelle am Penis und zeichnet diese an. Nach dem OK des Kunden kann es dann losgehen.

Auf Wunsch wird die Hautoberfläche und die Harnröhreinnenseite mit etwas Xylocain betäubt. Der enthaltende Wirkstoff Lidocain wirkt nach wenigen Minuten und die Oberfläche wird taub

Welche Stärke und welcher Durchmesser?
Ein Streit- und Sorgenthema seit der ersten Stunde.
Empfohlen wird 2.4 mm Drahtstärke aus eigentlich recht einfachen Gründen:

1. Man spart sich ein paar Dehnschritte
2. Es heilt im allgemeinen "besser" ab.
3. Der Käseschneide-Effekt ist minimal bis gar nicht vorhanden.

Käseschneider?
Das Prinzip nachdem man mit einem dünnen Draht sehr einfach einen ganzen Laib jungen Gouda in handliche Portionen zerlegt. :-)
Der Druck auf wenig Material ist schmerzhafter und Einschneidender als auf mehrere Millimeter verteilt.

Bei zu engen Ringen schneidet man sich richtige Kerben in die Eichel und bei zu weiten Ringen ist der Hebeleffekt der Urheber des Unglücks. Also lieber gleich dicker einsteigen und Risiken vermeiden.

Welchen Durchmesser?
Sorry, hier gibts nur eines: Der Durchmesser muss der Größe der Eichel angemessen sein.
Kein 25 ist "muss" oder unter 30 keine Chance ... es muss einfach passen und das muß der Piercer vor Ort entscheiden.

"Meiner sticht nur 1.6 mm!"
Keine 2.4 mm Titan Ringe? Das ist kein Grund. 2.4 mm Titan gibt es und man kann es bestellen.
Es gibt Anbieter bis 10 mm Stärke. Es ist nur verdammt teuer und beim Ersteinsatz rechnet sich teures Material evtl. nicht.
Es heilt besser? Schmarrn, es heilt möglicherweise "trotzdem".
Alle machen das so. Klasse .. 1 Milliarden Fliegen ... naja ihr wisst schon.
Er hat beste Erfahrungen damit. OK, das Argument lasse ich vielleicht gelten. Nicht Optimal aber OK.
Er traut sich nicht? Sein gutes Recht, wenn er es auch noch offen sagt ist das mehr wert als Pfusch weil ernervös war.

Er nimmt Stahl?
Lauf. Lauf langsam, lauf ruhig aber lauf. Lauf wie Mexikanisches Wasser durch einen Touristen, Lauf.
Stahl ist nicht zugelassen und Dein Piercer zeigt, das er nicht informiert ist, wenn er sagt er dürfe das.
Zugelassen sind: Titan, PTFE, "Implantanium" (eine Hausmarke von Wildcat) und diverse sterilisierbare Kunststoffe.
Nicht zugelassen sind: Stahl, Implantatstahl (hat meist nichts mit Implantaten zu tun) und alle Nickelhaltigen Materialien.
Nicht praktikabel sind Materialien, die Legierungen sind, Knochen oder Horn (sterilisierbarkeit).

PTFE?
Teflon. Weißes bis durchsichtiges Material mit hervorragenden Eigenschaften.
Sterilisierbar, Autoklavierbar, Hypoallergen, Nicht haftende Oberfläche.
Das heißt im Klartext: Keine bekannten Reaktionen, Krusten hängen nicht am Stab / Ring fest.

Nachteil ... fast ueberall nur in 1.6 mm zu bekommen. Aber ! und jetzt kommts. Es ist elastisch.
Der Käseschneide-Effekt verpufft, da der Schmuck nachgibt. Daher von manchem Piercer gerne genommen.
Fragt ruhig nach der Moeglichkeit falls er nur 1.6 mm sticht ob in PTFE möglich.

Wann geht's nicht?

So wirklich gar nicht, gibt's nicht. Es soll Fälle gegeben haben, wo der Piercer "verweigert" aber in aller Regel kann jeder seinen Penis mit einem PA schmücken lassen.

Es ist außerdem irrelevant ob man beschnitten ist oder nicht. Die einen lassen die Vorhaut während der Heilungsphase normal nach vorne über den Ring geschoben, andere ziehen die Haut ganz zurück, damit Luft hin kann und die Stelle nicht abgedeckt vor sich hin modert. Beides funktioniert. Nachdem man zur Pflege mehrmals täglich Salzwasserbäder machen sollte und sowieso pinkeln geht ist die Stelle eigentlich immer recht sauber.

Nun der Eingriff. Hier gibt es 3 Varianten.

1.) Von Innen nach Außen

Der Piercer sticht mit einer Venenverweilkanüle. Diese hat um die Nadel einen sehr dünnen Teflonschlauch. Die Nadel wird ein wenig zurückgezogen, so daß die Nadelspitze nicht mehr vorne aus dem Teflonschlauch herausragt. So wird die Kanüle in die Harnröhre eingeführt und nach vorne gedrückt. Nun kann der Piercer ertasten, ob die gewünschte Stelle erreicht ist. Notfalls wird korrigiert.

Ist die Stelle ok, so hält er den Schlauch fest und drückt die Nadel nach vorne. Die Nadelspitze schiebt sich wieder nach vorne, durchtrennt das Gewebe, alles wird nach außen geschoben. Fertig ist der erste Teil.

Nachdem Nadel und Teflonummantelung draußen sind, wird die Nadel nach hinten herausgezogen. In den Teflonschlauch führt der Piercer den Schmuck ein Stückchen ein und zieht den Teflonschlauch zurück. Automatisch zieht man so das Schmuckstück mit in den Stichkanal und oben wieder heraus.

Ab dem Moment, wo die Nadel durchgestochen wurde, ist alles schon geschafft. Der kleine Pieks beim Austritt ist das, wovor die meisten panisch Angst haben. Jeder PA Träger wird aber bestätigen können, daß es wirklich halb so wild ist.

2.) Von Außen nach Innen

Der Piercer sticht auch mit Venenverweilkanüle, nimmt aber auch noch eine Receiving Tube zu Hilfe. Dieses kleine Metallröhrchen wird oben in die Harnröhre eingeführt und danach die Eichel leicht nach Hinten gekippt, Der Rand der Tube zeichnet sich so an der gewünschten Austrittsstelle ab und man kann genau hineinstechen. Eine Fehlplatzierung ist unwahrscheinlich. Der weitere Vorgang ist wie oben.

3.) Von Außen nach Innen mit Hohlnadel

Die Hohlnadel hat keine Teflonummantelung und ist eine dickere kurze Nadel. Der Piercer nimmt auch hier eine Receiving Tube und führt nach dem Stich, welcher wiederum von außen erfolgt, den Schmuck in das Ende der Hohlnadel ein. Diese Methode ist vor allem in den USA gebräuchlich. Dort sticht man fast nie mit Venenverweilkanülen.

Leider empfinden mache die Receiving Tube als sehr unangenehm aber durchaus erträglich. Die Hohlnadel ist auch etwas unangenehmer, da Stahl weniger gut durch das Gewebe gleitet als Teflon. Auch ist die Hohlnadel ( Hollow Needle ) starr, das Teflon jedoch biegsam und entlastet den Stichkanal sofort.

Die Methode 1 ist nur von sehr erfahrenen Piercern zu erwarten. Aber auch Methode 2 ist durchaus gebräuchlich und heißt nicht, daß der Piercer sein Handwerk nicht versteht. Die erste ist lediglich die Variante, die sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert.


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